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Samstag, 27. Oktober 2018, 11:58

Requiem - praktischer Piekser mit doofem Namen

Moin,

anbei mal ein paar Eindrücke vom ER "Requiem".



Das Messer kommt in einer Scheide aus GFK - die ( latürnich nur IMO ! ) mal wieder Müll ist; das Messer schleift beim versorgen immer über die vordere Kante und wird daher innerhalb kürzester Zeit stumpf.
Desweiteren klappert es darin wie eine erkältete Grubenotter. Das wird daran liegen,dass die Scheide eigentlich für das "Mamba" gebaut wurde,dessen Klinge erheblich mehr Stärke bis zur Spitze hat und daher besser anliegt.

Aus diesen Gründen hab ich mir direkt eine Kydex gebaut,in der man das ER nun gescheit führen kann:



Ausserdem hat man so durch die Nieten die Möglichkeit,das Messer mit Teklok,Paracord,Kabelbindern,Gürtelschlaufen usw. zu befestigen. Die ER-Scheide bietet da nur die beiden Molleclips; ist aber nicht sehr komfortabel,wenn man das Messer verdeckt im Alltag führen will,da der Griff recht hoch raussteht und dadurch recht unangenehm in die Seite drücken kann...

Das Requiem hat - wie die Modelle "Mamba" oder "Sector" einen schmalen dünnen Griff,liegt aber aufgrund der Länge auch Leuten mit grossen Händen gut:



Er ist wie alle Forprenegriffe von ER rutschfest und das kleine einseitige PE verhindert wirksam,dass man ungewollt mit Daumen oder Fingern in die Schneide rutscht.

Apropos Schneide: Die kam bei meinem Exemplar nicht sooo scharf daher,liess sich aber mit ein paar Zügen auf dem Sharpmaker auf eine gute Gebrauchsschärfe bringen.

Die üblichen Alltagsschnippeleien wie Papier,Pflaster,Wurst etc. bewältigt das Messer gut:



Was beim schmieren von Kniften unbrauchbar ist,ist die Hohlkehle; da setzt sich nämlich sofort die Butter rein und drückt sich zwangsläufig in Richtung Griff - und da die Hohlkehle ca. 5 mm in den Griff reingeht ( warum eigentlich ? ) ,hat man dann Butter im Griff. Fängt dann schön an zu stinken...



Nun gut: Das Requiem wurde ja nicht als Vespermesser entworfen.

Der Erl ist schön abgerundet,taugt aber trotzdem noch gut,um Bierflaschen zu öffnen:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »rumpeltroll« (27. Oktober 2018, 12:05)


2

Samstag, 27. Oktober 2018, 12:02

Hier mal ein paar Vergleichsbilder zur Grösseneinschätzung mit ein paar Bekannten:



Alles in allem ist das Requiem ein flacher,leichter ( 91g ohne Scheide ) und praktischer Alltagsbegleiter - der aber wie immer leider als Waffe beworben wird. :huh:

Kritikpunkt ist die Scheide,bei der der italienische Spieltrieb wohl grösser war als die Praxistauglichkeit.


Danke für´s lesen,wenn ihr Fragen habt,versuch ich,diese zu beantworten.

Gruss Rolf

3

Samstag, 27. Oktober 2018, 12:08

Hallo Rolf,

Danke für die nette und praktische Vorstellung!
Der Piekser ist definitiv schön. Die eingehende Hohlkehle würde man sicher gut mit epoxy oder ähnlichem, bündig zum Griff, verschließen können.
Egal was da reinläuft, kann auf Dauer nicht angenehm sein. :D

4

Samstag, 27. Oktober 2018, 12:37

Hallo Rolf,

schöner Piekser (optisch zumindest), schöne Vorstellung :thumbup: . Komisch, dass die Hohlkehle in den Griff hineinragt. Könnte es aus Gründen der Gewichtsverteilung so designt sein? Der Rücken ist nicht scharf, richtig?

Kleiner Tipp zu den GFK-Scheiden, ich habe auf der Seite der Fase einen schmalen Streifen Kydex eingeklebt und die oberen 3mm umgelegt. Funktioniert super, Messer bleibt scharf und klappern tut es auch weniger.

Viele Grüße
Idox
two is one, one is none

5

Samstag, 27. Oktober 2018, 12:48

@Pätte und Idox: Danke. :)

Naja,die ER - Griffe schliessen ja konstruktions- und materialbedingt eh nicht dauerhaft bündig ab; wenn ich eine Woche mit einem Shrapnel im Wald bin,ist der Griff danach auch voll mit Dreck - aber die Hohlkehle beschleunigt das natürlich ungemein.

Balance: Glaube ich weniger,das Messer ist wirklich sehr leicht und führig. Wenn die ihre Maschine so eingestellt hätten,dass die Kehle ´nen Zentimeter vor dem Griff geendet hätte - das würde man nicht merken.

Was die Scheiden betrifft: Da hab ich mich ja schon des öfteren drüber ausgeko.... :rolleyes:
Von daher war eine Kydex von vornherein beschlossene Sache.

edit: Nein,der Rücken der Klinge ist nicht scharf.

marcwo

Profi

Beruf: Diensthundeführer

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6

Samstag, 27. Oktober 2018, 14:38

Hallo Rolf,
für das Requiem habe ich Rewiews geschrieben, in anderen Foren.
Die Scheide ist für mich ein Highlight. Die verschiebbaren Halter sorgen dafür das es viele Möglichkeiten gibt das Messer zu führen. Dazu kommt die Verriegelung des Messers in der Scheide, also kein Problem es kopfüber zu führen. Dieses Jahr war ich bei Carinthia am Stand und hab einen Verbesserungsvorschlag für die ISG gemacht. Die vorderen Taschen sind bis obenhin nutzbar, also sollte Carinthia in den Taschen, oben eine Befestigungsmöglichkeit schaffen um 'Wekzeug' transportieren zu können. Also z.B. ein Gummiband mit Ring oder ähnliches. Zurück zum Reqiem das würde durch seine Eigenschaften, leicht sichere Verriegelung in der Scheide, perfekt für diese Art des Tragens passen.

Gruß Marc
________________________________________________________________________________________________________
Ich investiere in Stahl und Licht

7

Samstag, 27. Oktober 2018, 15:29

Hallo Marc,

danke für Deine Einschätzung. Leider kann ich ( für mich! ) nicht nachvollziehen,was an der Scheide ein Highlight ist.

Wenn ich eine gescheite Kydex habe,lässt sich jedes Messer tipup tragen,ohne dass man es verliert; und viele Serienkydexe erlauben das schon; da brauche ich keinen Druckknopf.

Was die Tragemöglichkeiten angeht,habe ich mal zwei Bilder gemacht; einmal von einem Maxpedition "Ligerbelt" und einmal von einem normalen Ledergürtel...



...für beide Gürtel sind die Laschen der ER-Scheide viel zu schmal; ich will nicht unterstellen,dass ER das so konstruiert hat,dass es ausschliesslich an dünne Molleschlaufen passt - den Eindruck wird man aber nicht ganz los.

Was also,wenn ein Soldat das Messer eben nicht an einer Molleweste tragen will ? 8|

Nächster Punkt,den ich auch angesprochen habe: Die Öffnung der Scheide ist so knapp,dass ich das Messer gar nicht reinschieben kann,ohne mit der Schneide in das Material zu kommen - dass diese dann schnell stumpf wird,wundert da nicht.
Auf dem Bild hier siehst Du,dass ich das Messer ein Stück eingesteckt habe - ab dem Punkt schleift die Schneide über das GFK:



Da frag ich mich dann schon wieder: "Was soll das ?"
Und sobald das Messer dann versorgt ist,ist Ende mit der knappen Bemessung,weil es dann klappert.

Praktisch sieht in meinen Augen anders aus.


Gruss Rolf

strcat

Elite-User

Wohnort: Nähe Regensburg

Beruf: 'türlich doch.

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8

Samstag, 27. Oktober 2018, 15:37

Stresssicher ist in meinen Augen auch was anderes als ein Messer, das nur in eine Richtung in die Scheide gesteckt werden kann und bei der man einen kleinen Hebel betätigen muss um es zu ziehen.
If you fall, i'll be here
--Ground

PzGrenOffz

Ich stehe eher auf unnütze dicke Dinger

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Beruf: Excel-süchtiger Zahlenverdreher

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9

Samstag, 27. Oktober 2018, 15:58

Danke für die Vorstellung, Rolf - auch wenn sie in meinem Fall nur bestätigt, dass die neuen, dünnen ER-Modelle nichts für mich sind. ;)
Das Elite Force EF 104 wurde im Februar 2017 als verbotenes Springmesser eingestuft, weil ein Flipper an einem Assisted Opener in den Augen des BKA als "Hebel" gilt. Diese Auffassung wurde am 04.09.19 mit einem weiteren FB bestätigt (siehe Profil).

10

Samstag, 27. Oktober 2018, 16:18

Danke für die Vorstellung, Troll!

Die Scheide scheidet für mich schon mal aus: Tipup tragen und reverse ziehen wird dann ja wohl eher artistisch-fingerfertig...Mal von der Abstumpfung völlig abgesehen...

Mit den Staubsaugerdüsen der C-Klasse konnte ich mich ja noch arrangieren, außerdem hab ich ja noch 2 oder 3 alte ER-Scheiden, glücklicherweise...Oben Schrauben durch, da reißt nix.

Die Hohlkehle bis IN den Griff ist imo definitiv ein Konstruktionsmangel bzw. eine Nachlässsigkeit.

Schade, ansonsten schöner schlanker Piekser, eigentlich absolut im Beuteschema - aber dann doch für mich mit zu vielen Mankos belastet, um schwach zu werden, denke ich.

11

Sonntag, 28. Oktober 2018, 10:36

Hier noch was zu meiner Trageweise:

Ich habe Paracord mit einem gefederten Stopper angebracht; so lässt sich die Länge des Cords variabel einstellen und man kann das Messer als Neckie tragen oder eben - am Gürtel festgeschlauft - in der Hosentasche bzw. IWB auf 12 Uhr ( letzteres funktioniert recht gut; ich trage so z.B. das Colubris ).



Und logischerweise lässt es sich auch an Rucksäcken,Taschen etc. befestigen...





...sogar an Molleschlaufen :rolleyes: :whistling: :laber:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »rumpeltroll« (28. Oktober 2018, 10:43)


12

Sonntag, 28. Oktober 2018, 10:59

Das schlanke Piekskonzept als EmergencyBackup an der Weste istsicher interessant. An den Umsetzungsdetaiks hapert es offensichtlich durch den budgetorientierten Synerieansatz.
Der schmale Griff scheint entgegen erstem Gedankenreflex durchaus gut zu funktionieren, besonders mit Handschuhen. Mit Kydex interessant. Ist ja ein Single Purpose Knife und kein EDC.

Schöne Vorstellung und schicke Holster.

13

Sonntag, 28. Oktober 2018, 17:21

Mir ist bei meinem ER Requiem relativ schnell der ungünstige Schneidfasenwinkel von ca. 60° aufgefallen. Darum hab ich es auf 42° heruntergeschliffen. Jetzt schneidet es sogar :D
»achindoon« hat folgendes Bild angehängt:
  • ER_Requiem_Regrind.jpg

14

Sonntag, 28. Oktober 2018, 17:36

...der ungünstige Schneidfasenwinkel von ca. 60°


Wa ??? 8| Also meins hat einen Winkel von 40 - da ich die Tage den Edge Pro Apex in Gebrauch hatte,hab ich das gleich getestet; passt und lässt sich auf dem Spyderco Sharpmaker leicht nachschärfen.

Ob der Schleifer da ´nen Grappa zuviel hatte ?

Tante Edit sagt grade: Wer ein Requiem hat,möge gerne Bilder/Erfahrungen/Meinungen dazu hier einstellen. :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »rumpeltroll« (28. Oktober 2018, 17:40)


15

Sonntag, 28. Oktober 2018, 22:33

Ne, ich habs auf dem Spyderco Sharpmaker gehabt und hab es dann noch relativ weit neigen müssen, damit die Schneifase vorne scharf wird. Auf dem Wicked Edge habe ich bei 40° relativ lange herumschleifen müssen, bis ich auf 42° war. Es hat mich wieder mal in meiner Meinung bestärkt, dass die Italiener eigentlich nur Design können...
MIr war aber nicht bewusst, dass das bei mir wohl ein Montagsmodell ist, ich bin davon ausgegangen, dass die alle so sind.

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